Spielort Moskau: Olympiastadion Luschniki

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Das Olympiastadion Luschniki als Austragungsort der Fußball-WM 2018 war natürlich gesetzt, handelt es sich doch um das größte Stadion des Landes. Es liegt im gleichnamigen Stadtviertel der russischen Hauptstadt.

 

Anfang 2014 wurde das Stadion für Umbauten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 geschlossen. Diese sollen im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein, wenn alles nach Plan verläuft. Ursprünglich gab es die Idee, das Luschniki-Stadion von derzeit 84.000 auf 90.000 Plätze zu erweitern. Das jedoch stellte sich aus Gründen des Denkmalschutzes als nicht machbar heraus, das Stadion hätte komplett abgerissen werden müssen.

So entschloss man sich zu einem Umbau, der die Zuschauerkapazität nun leicht sinken lässt. Aber auch die dann noch möglichen 81.000 Fans werden ohne Zweifel für eine grandiose Stimmung sorgen – und das mindestens beim Eröffnungsspiel und dem Finale der Fußball-WM 2018, die beide in diesem Stadion ausgetragen werden.

Das letzte große Event, das vor dem Umbau im Olympiastadion Luschniki stattfand, war die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August 2013.

Einen Eindruck von der guten Stimmung im Stadion  vermittelt folgendes Video, das vor der Partie Russland gegen Deutschland im Oktober 2009 gedreht wurde.

 Heimat von drei Fußballvereinen

Stehen mal keine Weltmeisterschaft oder Olympischen Spiele auf der Agenda, wird im Luschniki ganz normaler Ligafußball gespielt – und das gleich von drei Vereinen. Da ist zum einen der russische Rekordmeister Spartak Moskau (der künftig im neugebauten Spartak-Stadion spielt), dann Torpedo Moskau (nach einem kurzen Ausflug bis in die Amateurliga nun wieder in der Premjer-Liga) und schließlich ZSKA Moskau, das Team, welches bereits siebenmal die sowjetische und fünfmal die russische Meisterschaft gewinnen konnte, dazu fünfmal den sowjetischen Pokal und siebenmal den russischen.

Fertiggestellt im Juli 1956, hat das Luschniki-Stadion in seiner Geschichte schon so einiges erlebt. Damals hieß es noch der Zeit angemessen W. I. Lenin-Zentralstadion. Im Eröffnungsspiel trafen die sowjetische und die chinesische Nationalmannschaft aufeinander, die Gastgeber gewannen knapp mit 1:0.

Kein Happy End gab es dann im Jahr darauf. Das letzte Spiel der Eishockey-WM zwischen der Sowjetunion und Schweden im heutigen Luschniki-Stadion endete 4:4, damit wurden die Skandinavier Weltmeister.

Für die vom Westen in großen Teilen boykottierten Olympischen Sommerspiele 1980, wurde das Luschniki-Stadion deutlich erweitert, hatte danach sage und schreibe 103.000 Plätze.

Viele Tote bei einer Massenpanik

Trauriger Tiefpunkt in der Historie des Stadions für die WM 2018 war der 20. Oktober 1982. Am Rande des Uefa-Cup-Spiele zwischen Spartak Moskau und dem niederländischen Verein HFC Haarlem kam es zu einer Panik, bei der 66 Menschen ihr Leben verloren. Andere Quellen sprechen gar von 340 Opfern.

Im positiven Sinne im Blickfeld der Öffentlichkeit stand das Luschniki-Stadion dann im Jahr 1989. Beim Moscow Music Peace Festival traten Bands wie Bon Jovi, Gorki Park, Ozzy Osbourne, die Scorpions und Skid Row auf und sangen vor 250.000 Zuschauern für den Frieden in der Welt.

Weitere Highlights waren das Finale des Uefa-Cups im Jahr 1999 zwischen dem FC Parma und Olympique Marseille (3:0) sowie das Finale der Champions League 2008. Das Spiel zwischen Manchester United und dem FC Chelsea endete erst im Elfmeterschießen 6:5.

Der absolute Höhepunkt in seiner Geschichte steht dem Stadion jedoch noch bevor: Austragungsort des Eröffnungsspiels und des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Wer über eine Reise zur WM 2018 nachdenkt, findet hier einen aktuellen Reiseführer für Moskau, der auch als Kindle-Edition erhältlich ist. Nun sind die Lebensgewohnheiten in Russland schon ein wenig anders als in Mitteleuropa. Der Fettnäpfchenführer schützt davor, in eben jene hineinzutreten. 

Sehr amüsant zu lesen ist ein Reiseführer der etwas anderen Art. In “Russki extrem” beschreibt Boris Reitschuster, wie er lernte, Moskau zu lieben und endlich kein deutsches Weichei mehr zu sein.

Weitere Stadien der Fußball-WM 2018:

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