WM-Spielort Kaliningrad: Arena Baltika

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Kalininigrad ist der westlichste Austragungsort der Fußball-WM 2018 in Russland. Das Stadion, im dem der WM-Ball rollen wird, heißt Kaliningrad-Stadion oder auch Arena Baltika. 

Anders als bei den übrigen Spielorten der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist bei Kalininigrad ein etwas umfangreicherer geschichtlicher Abriss von Nöten. Also, Hefte raus und aufgepasst.

Exklave als WM-Stadt 

Das Besondere an der Stadt ist, dass sie gar nicht Teil des eigentlichen russischen Staatsgebietes ist. Der Oblast (russisch für Gebiet) Kalininingrad ist eine Exklave, umgeben von Litauen, Polen und der Ostsee.

Der WM-Spielort für die Endrunde 2018 hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte er zum damaligen Deutschen Reich und hörte auf den Namen Königsberg. 1945 fiel Königsberg nach zwei verheerenden Luftangriffen der britischen Luftwaffe in die Hand der Roten Armee. 

Durch das Potsdamer Abkommen kam das nördliche Ostpreußen mit Königsberg unter sowjetische Herrschaft. 1946 wurde die Stadt dann in Kaliningrad umbenannt. Fortan war die Stadt und das sie umgebende Gebiet Teil der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, also eines Teils der UdSSR. 

Seit 1991 ist die Stadt und der zugehörige Oblast eine Exklave Russlands. Kaliningrad hat heute rund 430.000 Einwohner. 

WM-Austragungsort mit Fahrstuhlmannschaft

Um als WM-Spielort in Frage zu kommen, sollte in der jeweiligen Stadt eine gewisse sportliche Tradition vorhanden sein. Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt ist der FK Balitka Kaliningrad.

Von 1996 bis 1998 spielte der Club in der höchsten russischen Liga, der Premjer Liga. Seitdem betätigt sich Baltika Kaliningrad als Fahrstuhlmannschaft zwischen zweit- und dritthöchster Liga. Bislang spielt der Verein in dem nur 14.660 Zuschauer fassenden Stadion Baltika.

Das neue Stadion der Stadt, Kaliningrad-Stadion oder auch Baltik Arena genannt, soll im Sommer 2017 fertig sein.

Stadion nach der WM 2018 verkleinerbar 

Einen kleinen Eindruck vom WM-Stadion gibt folgendes kurzes Video.

Das Stadion am WM-Austragungsort Kaliningrad wird knapp über 45.000 Zuschauern Platz bieten. Laut aktueller Planung soll nach der WM 2018 die Möglichkeit bestehen, die Zahl der Sitzplätze auf 25.000 zu reduzieren. Eine sehr sinnvolle Idee, denn dass ein zweit- oder drittklassiger Verein, der zudem noch geografisch ungünstig in einer Exklave liegt, ein Stadion mit 45.000 Zuschauern zu füllen in der Lage ist, darf wohl bezweifelt werden. 

Wer sich mehr für die Geschichte des ehemaligen Königsberg interessiert, findet hier ein Buch von Jürgen Mathey, in dem die Historie der Stadt spannend erzählt wird. “Ein kluger, erzählfreudiger, königsbergtreuer Begleiter durch die öden, grauen, armseligen Straßen Kaliningrads”, schreibt Eberhard Rathgeb über das Buch in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Für eine Reise in die Metropole nahe der Ostsee, in der einst das sagenumwobene Bernsteinzimmer stand, sei dieser Reiseführer von Gunnar Strunz empfohlen, einer der wenigen aktuellen in deutscher Sprache.

Weitere Stadien der Fußball-WM 2018:

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